Ab einem Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh wird nach dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 oder alternativ eines Umweltmanagementsystems nach EMAS erforderlich. Ziel ist es, Energieverbräuche kontinuierlich zu überwachen, Einsparpotenziale systematisch zu erkennen und die Energieeffizienz dauerhaft zu verbessern. Ob die Anforderungen erfüllt werden, prüfen unabhängige Zertifizierungsstellen im Rahmen regelmäßiger Zertifizierungsaudits.

Die Einführung eines Energiemanagementsystems wirft zunächst praktische Fragen auf:

  • Wie beginnt das Projekt?
  • Welche Aufgaben übernimmt der Energieberater?
  • Welche technischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden?
  • Wie lassen sich die erforderlichen Energiedaten wirtschaftlich erfassen?

Dieser Beitrag vertieft einen Teilaspekt unserer Übersichtsseite Energiemonitoring & Energiedaten.

Wie beginnt die Einführung eines Energiemanagementsystems?

Die Einführung eines Energiemanagementsystems erfolgt in der Regel gemeinsam mit einem Energieberater.

Zu Beginn werden die gesetzlichen Anforderungen bewertet, der Projektumfang festgelegt und die energetischen Prozesse im Unternehmen analysiert. Anschließend werden Verantwortlichkeiten definiert, Energieziele festgelegt und die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Einführung ist außerdem die Ermittlung, welche Energieverbräuche künftig erfasst und ausgewertet werden müssen, damit belastbare Energiekennzahlen entstehen können.

Sollten Sie noch keinen Energieberater für die Einführung Ihres Energiemanagementsystems beauftragt haben, vermitteln wir Ihnen gerne einen erfahrenen Partner aus unserem Netzwerk.

Von den Anforderungen zur technischen Umsetzung

Sobald feststeht, welche Energiedaten für das Energiemanagement benötigt werden, beginnt unsere Aufgabe. Wir prüfen, wie sich die geforderten Messungen technisch sinnvoll in Ihr Unternehmen integrieren lassen. Dabei betrachten wir die vorhandene elektrische Infrastruktur, bestehende Messsysteme sowie die räumlichen und betrieblichen Gegebenheiten.

Auf dieser Grundlage entwickeln wir ein individuelles Messstellenkonzept und planen die erforderliche Messtechnik so, dass die Anforderungen des Energiemanagementsystems zuverlässig erfüllt werden.

Zur technischen Umsetzung gehören neben der Auswahl geeigneter Messgeräte auch die Bewertung vorhandener Schaltanlagen, die Prüfung vorhandener Einbaumöglichkeiten, die Auslegung erforderlicher Stromwandler sowie die Planung geeigneter Kommunikationswege für die spätere Datenübertragung.

Dabei berücksichtigen wir sowohl bestehende Energieverteilungen als auch die Möglichkeit, vorhandene Messstellen weiter zu nutzen und sinnvoll in das Gesamtkonzept einzubinden.

Wir planen Messstellenkonzepte, die genau so umfangreich sind, wie Ihr Unternehmen sie tatsächlich benötigt.

Technische Erfahrung aus Industrieprojekten

Messstellen gehören seit vielen Jahren zum festen Bestandteil unserer Planung elektrischer Energieverteilungen für Industrie- und Gewerbeunternehmen.

Die Integration neuer Messstellen erfolgt häufig im laufenden Betrieb und erfordert neben energietechnischem Know-how auch fundierte elektrotechnische Planung.

Bei neu geplanten Schaltanlagen berücksichtigen wir Messstellen für Energieverteiler und energieintensive Verbraucher bereits in der Planungsphase. Selbst in kleineren Schaltanlagen kommen häufig mehrere Dutzend Energiezähler zum Einsatz, um die erforderlichen Energiedaten für das Energiemanagement oder die interne Kostenstellenbetrachtung bereitzustellen.

Reicht die Erfassung auf Ebene der Energieverteilungen nicht aus, werden zusätzliche Messstellen direkt an einzelnen Fertigungsmaschinen vorgesehen.

In einem Industrieprojekt haben wir beispielsweise mehr als 50 Energiezähler über M-Bus vernetzt und in die vorhandene Energiedatenerfassung integriert. Dadurch konnten die Energieverbräuche einzelner Produktionsbereiche detailliert ausgewertet und den entsprechenden Kostenstellen zugeordnet werden.

Diese Erfahrungen aus realen Industrieprojekten fließen in jedes Messstellenkonzept ein. Ziel ist eine Lösung, die sowohl die Anforderungen des Energiemanagements erfüllt als auch technisch und wirtschaftlich zum Unternehmen passt.

Energiedaten und Kennzahlen automatisch bereitstellen

Die Installation geeigneter Messstellen ist nur ein Teil eines funktionierenden Energiemanagementsystems. Ebenso wichtig ist es, die erfassten Daten dauerhaft verfügbar zu machen und daraus automatisch aussagekräftige Energiekennzahlen zu bilden.

Deshalb unterstützen wir Sie nicht nur bei der Planung der Messstellen, sondern auch bei der Implementierung einer zentralen Softwarelösung zur Energiedatenerfassung und -auswertung.

Die Messwerte aller angeschlossenen Messstellen werden zentral erfasst, den jeweiligen Anlagen, Produktionsbereichen oder Verbrauchern zugeordnet und automatisch ausgewertet. Daraus entstehen belastbare Energiekennzahlen für das Energiemanagement.

Sie müssen sich weder um die Zusammenführung der Messdaten noch um die Berechnung der Kennzahlen kümmern. Wir planen eine technische Gesamtlösung, mit der die erforderlichen Energiedaten dauerhaft und strukturiert für Ihr Energiemanagement bereitstehen.

Energiekennzahlen machen Abweichungen sichtbar

Ein Energiemanagementsystem dient nicht nur dazu, Energieverbräuche zu dokumentieren. Sein eigentlicher Nutzen besteht darin, ungewöhnliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf reagieren zu können.

Eine steigende Leistungsaufnahme von Kompressoranlagen, dauerhaft eingeschaltete Begleitheizungen oder gegeneinander arbeitende Heizungs- und Klimaanlagen gehören zu den Abweichungen, die durch ein Energiemanagement frühzeitig erkannt werden können. Beispiele hierfür sind:

  • Eine Kompressoranlage verbraucht von Jahr zu Jahr mehr elektrische Energie, obwohl weder die Produktion erweitert noch die Stückzahlen gestiegen sind.
  • Elektrische Begleitheizungen oder Frostschutzheizungen bleiben aufgrund eines defekten Thermostats dauerhaft in Betrieb.
  • Heizungs- und Klimaanlagen sind nicht richtig aufeinander abgestimmt und arbeiten gegeneinander.

Belastbare Energiedaten und aussagekräftige Energiekennzahlen schaffen Transparenz. Sie helfen dabei, unnötige Energieverbräuche zu erkennen, Ursachen gezielt zu analysieren und die Energieeffizienz dauerhaft zu verbessern.

Kleine technische Fehler oder ungünstige Einstellungen verursachen häufig über Jahre hinweg erhebliche Energiekosten. Ein Energiemanagementsystem macht diese Zusammenhänge sichtbar.

Frühzeitig die richtigen Voraussetzungen schaffen

Ein Energiemanagementsystem lebt von belastbaren Energiedaten. Frühzeitig geplante Messstellen liefern bereits während der Einführung des Energiemanagementsystems belastbare Energiedaten und erleichtern die spätere Bewertung der Energieeffizienz. Gleichzeitig entsteht die Grundlage, Energieverbräuche dauerhaft zu überwachen und Einsparpotenziale frühzeitig zu erkennen.

Technische Planung für ein funktionierendes Energiemanagement

Die technische Umsetzung eines Energiemanagementsystems umfasst die Planung geeigneter Messstellen, die Integration der Messtechnik in bestehende Energieverteilungen sowie die Bereitstellung belastbarer Energiedaten. Genau auf diese Aufgaben ist ETM spezialisiert.

Wir planen die erforderlichen Messstellen, entwickeln wirtschaftliche Messkonzepte und schaffen die technischen Voraussetzungen, damit Energiedaten zuverlässig erfasst, ausgewertet und für das Energiemanagement bereitgestellt werden können.

Dabei arbeiten wir eng mit den Energieberatern unserer Kunden zusammen und ergänzen deren organisatorische Arbeit um die erforderliche elektrotechnische Planung und technische Umsetzung.

Fazit

Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 beginnt mit einer strukturierten Planung. Während der Energieberater die organisatorischen und normativen Anforderungen begleitet, schaffen wir die technischen Voraussetzungen für eine zuverlässige Energiedatenerfassung. So entsteht eine wirtschaftliche Lösung, die belastbare Energiekennzahlen liefert und Ihr Unternehmen langfristig bei der Verbesserung seiner Energieeffizienz unterstützt.

Jetzt unverbindlich informieren

Ein unverbindliches Erstgespräch zeigt, wie die technische Umsetzung eines Energiemanagementsystems in Ihrem Unternehmen aussehen kann. Wir erläutern den typischen Projektablauf und zeigen auf, wie die erforderlichen Messstellen sowie die Energiedatenerfassung wirtschaftlich geplant werden können. Gerne zeigen wir Ihnen dabei auch unsere Softwarelösung zur zentralen Erfassung und Auswertung von Energiedaten.

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